Hühner im Garten (2/3) – Tiefstreu und Futter

Nachdem ich den Umfang und Aufwand des Hühnerartikels gründlich unterschätzt habe, gibt es ihn jetzt in 3 Teilen und hier kommt der zweite.

Viel Freude beim Lesen

5. Tiefstreu

 

Für mich ist die Tiefstreu der erste wirkliche Schritt in Richtung Hühnerhaltung nach Permakultur-Prinzipien. Die Tiefstreu ist viel mehr als nur ein Schwamm, der Fäkalien aufsaugt – sie ist ein Ökosystem.

Das macht einen großen Teil dessen aus, was Permakultur für mich bedeutet: Nutze bestehende Systeme auf Produktive Weise und erschaffe – wenn angemessen – neue, einfache Systeme, die sich in große komplexe Systeme integrieren.

Tiefstreu in Ställen ist so ein System. Ein kleines, einfaches, angemessenes, von uns erschaffenes Ökosystem, welches in vielfältiger Weise mit dem uns umgebenden, komplexeren System interagiert.

Zu den vielfältigen Interaktionen komme ich noch. Erst möchte ich aber darüber schreiben, was genau Tiefstreu bedeutet.

If you are around any livestock operation, regardless of species, and you smell manure – you are smelling mismanagement“

Joel Salatin

Mein Lieblingsbauer Joel Salatin sagt hier sinngemäß, dass, wenn Du Dich in einem Viehbetrieb befindest und es nach Mist stinkt, Du schlechtes Management riechst.

Der typische Geruch von Mist, bzw. Gülle ist auf diverse Stickstoffverbindungen zurückzuführen. Ammoniak (NH3) ist wohl die bekannteste darunter. Wir alle kennen wahrscheinlich den Geruch eines guten Komposthaufens, nämlich gar keinen 🙂 (wenn man nicht die Nase reinsteckt) Ein guter Kompost darf jedenfalls nicht stinken. Und dennoch ist Stickstoff ein wichtiger Bestandteil eines jeden Komposthaufens.

Warum stinkt also Stickstoff im Misthaufen, aber nicht im Kompost?

Die Antwort ist Kohlenstoff. Wenn ausreichend Kohlenstoff im Verhältnis zum Stickstoff vorhanden ist (~30:1 C:N), bindet der Kohlenstoff (aufgrund chemischer Zusammenhänge, die mir hoffentlich mal jemand erklärt :D) den gesamten Stickstoff, so dass keine Stickstoffhaltigen Gase mehr entstehen können. Somit ist die Quelle des Gestanks eliminiert.

Tiefstreu ist also eine Schicht aus kohlenstoffhaltigem Material auf dem Boden des Hühnerhauses, die, wenn möglich bis zu 45 cm tief werden kann. 15cm ist das Minimum, um als Tiefstreu zu gelten. Das Hühnerhaus bekommt also einen langsam verrottenden Kompost als Fußboden. Das C-N Verhältnis sollte hier deutlich über den 30 Teilen C zu einem Teil N liegen, so dass ausreichend Kohlenstoff vorhanden ist, um den täglich anfallenden, stickstoffreichen Hühnermist zu binden.

Die Regel ist hier: Sobald Du auch nur einen Hauch von Ammoniak wahrnimmst, füge eine ordentliche Schicht Streu hinzu.

Versuche die Situation zu beobachten, so dass Du beim nächsten mal schon neue Streu hinzufügst, bevor Du den Geruch wahrnehmen kannst. Hühner haben empfindliche Atemwege und schon geringe Konzentrationen von Ammoniak, die wir noch nicht wahrnehmen, können schädlich sein.

Als Material eignet sich alles, was einen hohen Kohlenstoffgehalt hat und einigermaßen fein ist (ganze Baumstämme funktionieren nicht 😉 )

Zum Beispiel:

  • Holzhackschnitzel
  • Trockenes Laub
  • Hobelspäne
  • Sägemehl
  • Stroh (bedingt)
  • Maishäcksel
  • Nussschalen etc. etc…

Was immer für Dich am einfachsten und billigsten zu bekommen ist, sollte ausreichen. Hauptsache es ist reich an Kohlenstoff und nicht grün. Grünes Holz und Laub begünstigen das Wachstum von Schimmel. Stroh ist ebenso problematisch, wenn Dein Hühnerhaus einen Erdboden besitzt. Durch die zusätzliche Feuchtigkeit des Erdreichs kann im Stroh Aspergillus Schimmel entstehen, der die Atemwege der Hühner schädigt. Hast Du ein Hühnerhaus mit einem Boden aus Holz oder Beton, kannst Du Stroh als Einstreu benutzen.

Ein Erdboden hat den Vorteil, dass die Mikroorganismen aus dem Erdreich in die Streu wandern können. (Achtung: schütze die Hühner vor grabenden Fressfeinden, wenn nötig) Das ist ein bisschen wie der Unterschied zwischen einem Komposthaufen und einer Tonne, in der Pflanzenreste entsorgt werden. Der Komposthaufen mit Erdkontakt funktioniert einfach besser.

Hast Du bereits ein Hühnerhaus mit festem Boden, mach Dir nicht die Mühe, den Boden mühsam zu entfernen, oder gar ein neues Hühnerhaus zu bauen. Gib stattdessen etwas aktiven Kompost in die erste Schicht Streu (Würmer inklusive). So bekommst Du einen ähnlichen Effekt.

Die Mikroben, die für die Kompostierung zuständig sind, benötigen neben C und N auch Wasser und Sauerstoff. Die nötige Feuchtigkeit wird in der Regel durch den Hühnermist selbst bereitgestellt. Problematisch wird es eher, wenn die Streu zu nass ist. Dies begünstigt das Wachstum von pathogenen Keimen und hemmt die (aerobe) Kompostierung. Das Material zur Einstreu sollte so trocken wie möglich sein, ohne dabei zu stauben.

Wenn die Streu im Stall zu nass ist, ersetze und/oder ergänze sie durch trockene Streu und mache die Quelle der Feuchtigkeit ausfindig. Oft ist eine Tränke die Quelle, oder das Erdreich ist nach langem Regen zu feucht. Eine Drainage kann evtl. notwendig sein.

Den nötigen Sauerstoff bringen die Hühner durch das Scharren in das Material ein. Sie wenden den Kompost für uns.

Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass die Tiefstreu der Erzeugung von Kompost dient. Du bekommst schneller besseren Kompost mit einem Komposthaufen. Fertiger Kompost ist jedoch einer der positiven Nebeneffekte von Tiefstreu.

Das bringt mich zu den oben angesprochenen Interaktionen mit dem uns umgebenden System.

Du bekommst also Kompost, den Du als Dünger und Bodenverbesserer in Deinem Garten, oder auf Deinen Weiden und Feldern einsetzten kannst. Du speicherst in der Tiefstreu die Nährstoffe, die von den Hühnern ausgeschieden werden und erzeugst ein lebendiges Ökosystem voll von hilfreichen Mikroorganismen.

Hier liegt die wahre Magie der Tiefstreu. Eine aktive positive Mikrobiologie ist ein besserer Schutz vor diversen Krankheiten, als regelmäßige Desinfektion des Stalles. Kompostierende Mikroorganismen erzeugen die Vitamine K und B12 und andere Immunstimulierende Substanzen, welche von den Hühnern aufgenommen werden, da sie immer etwas interessantes in der Tiefstreu finden und essen.

Eine Studie aus dem Jahr 1949 zeigt eine deutlich geringere Mortalitätsrate von Küken und eine höhere Gewichtszunahme von Masthähnchen auf gut gereifter Tiefstreu im Vergleich zu frischer Streu.

Ussery beschreibt diesen Effekt als Alchemie. „Was als abstoßend und krankheitserregend begann, wurde in eine gesundheitsfördernde Substanz verwandelt.“

Tiefstreu sollte also so lange wie möglich im Stall verbleiben, da die mikrobielle Aktivität über die Zeit zunimmt. Wenn Du ausmistest, weil Du Dir im Stall ständig den Kopf stößt ;), oder Du Kompost benötigst, dann solltest Du so viel von der „reifen“ Streu wie möglich im Stall belassen, damit diese positiven Effekte nicht verloren gehen.

Die Auswirkungen der Tiefstreu sind mannigfaltig und wahrscheinlich noch nicht alle erkannt.

  • Durch die biologische Aktivität in der Streu sind die Hühner gesünder, haben eine größere Auswahl an potenziellen Nahrungsmitteln, nehmen wichtige Vitamine auf und sind aktiver, da das Scharren in einem interessanten Medium mehr Spaß macht.
  • Dadurch legen sie nährstoffreichere Eier und das Fleisch wird besser.
  • Deine Futterkosten sinken und Du hast weniger Probleme mit kranken Tieren.
  • Du bekommst nährstoffreichen Kompost (Vorsicht vor Überdüngung).
  • Dieser Kompost ist voll von Mikroorganismen, die das Ökosystem bereichern.
  • Dadurch wird Dein Garten produktiver und Deine Familie gesünder.
  • Der Hühnerstall stinkt nicht, was gut ist für Hühner, Halter und Nachbarn.
  • Du musst viel seltener ausmisten.

 

Du siehst, dass eine kleine Veränderung sehr weitreichende Auswirkungen haben kann.

In beinahe 30 Jahren Benutzung von Tiefstreu hat Ussery nur zwei Nachteile ausfindig machen können. Beide haben mit dem Erdboden unter der Streu zu tun.

Das erste Problem ist erhöhte Feuchtigkeit in der Streu bei extremen Regenfällen (kam in 30 Jahren einmal vor). Die Lösung bestand für Ussery in einer erhöhten Gabe sehr trockener frischer Streu.

Das andere potenzielle Problem der grabenden Räuber und Futterdiebe hat er von vornherein durch ein 45cm tief in den Boden reichendes Drahtgeflecht unter dem Fundament des Stalles eliminiert.

 

Ich tue mich schwer, für diesen Abschnitt ein Fazit zu finden, ohne mich zu wiederholen.

Tiefstreu ist super. Du hast weniger Arbeit und mehr Vorteile als ohne. Die wenigen Nachteile sind leicht zu umgehen und kein wirkliches Hindernis.

Probier’s doch mal aus.

 

6. Futter

 

Als ich zum ersten Mal gelesen habe, was Hühnerfutter für Anforderungen erfüllen muss, war ich etwas geschockt. „Soundsoviel Protein, soundsoviel Fett, Kohlenhydrate, Kalzium, Spurenelemente etc..“ Ich dachte früher ernsthaft, Hühner können von Körnern, Essensresten und etwas Muschelkalk leben. Die gute Nachricht ist: das können sie auch – nur kann man dann keine Höchstleistungen von ihnen erwarten. Tatsächlich kann das liebe Federvieh komplett ohne Zufütterung auskommen, wenn der Auslauf groß genug ist und die entsprechende Auswahl an Grünfutter, Insekten und Samen vorhanden ist.

Für die meisten von uns wird dies nicht realisierbar sein, daher ist eine Zufütterung notwendig.

Ussery sieht die Futterproblematik als Spektrum. Von der Fütterung komplett mit Fertigfutter bei geschlossener Haltung, bis hin zum „Selbstversorgerhuhn“ mit freiem Auslauf über mehrere Hektar Wald und Wiese.

Die meisten Gartenhühner bewegen sich irgendwo in der Mitte dieses Spektrums.

Die Frage ist, ob und wie viel kommerzielles Geflügelfutter zugefüttert werden sollte/muss.

Diese Frage kann und möchte ich hier nicht beantworten, aber ich kann einen Tipp von Ussery weitergeben.

Probiere einfach aus, mit wie wenig Zufütterung die Tiere auskommen, ohne dass die Legeleistung und/oder der Zustand der Hühner merklich abnimmt. Hühner mit viel Auslauf und Tiefstreu im Stall können erstaunlich viel Futter selber finden.

Oftmals verhalten sie sich aber sehr opportunistisch (wer könnte es ihnen übelnehmen) und hängen lieber am Futterspender rum, statt auf Futtersuche zu gehen. Karl Hammer, Gründer und Chef der „Vermont Compost Company“, der übrigens Geoff Lawton zu seinem „Chicken Tractor on Steroids“ inspiriert hat, sagt: „Je weniger wir für sie tun, desto mehr tun sie für sich.“

Die meisten Hühnerhalter füttern daher mehr, als sie müssten.

Gekauftes Futter sollte eine Ergänzung zu dem heimischen Futter sein. Zusätzlich zu dem offensichtlichen Nachteil der Kosten, kommt meiner Ansicht nach noch der Aspekt der Nachhaltigkeit bei gekauftem Futter zum tragen.

Selbst Bio-Geflügelfutter stammt noch aus großflächigem monokulturellem Anbau von Getreide etc.. Die Erfüllung von EU-Biostandards ist meiner Meinung nach noch lange nicht genug. Jeder, der sich einigermaßen mit Permakultur auseinander setzt weiß, dass wir in der Lage sind, Ökosysteme großflächig zu regenerieren, statt sie auszubeuten, oder den (fragwürdigen) Status Quo zu erhalten.

Daher sollten alle Hühnerhalter bemüht sein, den größtmöglichen Teil des Hühnerfutters selbst zu produzieren.

Hier einige Anregungen:

 

  • Gib den Tieren so viel Auslauf wie möglich (Zäune evtl. den Gemüsegarten ein, statt der Tiere).
  • Amaranth und Hirse sind eiweißreiche, anspruchslose Getreidearten, die schön aussehen und als saisonaler Sichtschutz fungieren können.
  • Platziere Deinen Komposthaufen innerhalb des Hühnerauslaufs.
  • Sonnenblumen sehen schön aus und produzieren Vogelfutter
  • Sämtliche Deckfrüchte wie: Senf, Klee, Lupinen, Luzerne, Raps, Winterroggen etc. können von den Hühnern in den Boden eingearbeitet werden. Dabei nehmen die Tiere Insekten und Grünfutter zu sich (mehr dazu siehe „Hühner im Arbeitseinsatz“).
  • Vergrößere Deinen Wurmkompost, damit Du regelmäßig Kompostwürmer verfüttern kannst. (besteche Deine Nachbarn mit Eiern, damit sie ihre Essensreste sammeln und Deine Würmer damit füttern)
  • Wenn die Schwarze Soldatenfliege bei Dir vorkommt, kannst Du ihre Larven ähnlich wie Kompostwürmer züchten und verfüttern.
  • Beide Methoden lassen sich kombinieren (Kompostwürmer lieben die Hinterlassenschaften der Soldatenfliegenlarve)
  • Hat Deine Katze eine Maus vor die Tür gelegt? Hühner sind Allesfresser 😉
  • Lass im Winter Getreide keimen, um den Tieren wichtiges Grünfutter zu geben
  • noch sooo viel mehr….. Sei kreativ

 

Ich habe bewusst Essensreste aus der Liste weggelassen, da es besser ist, sie zu kompostieren und den Hühnern Zugang zum Kompost zu gewähren, als sie direkt zu verfüttern.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, den Futtermix aus gekauften Zutaten selbst herzustellen. Dabei hast Du mehr Kontrolle über Herkunft und Anbauweise des Futters.

Da wir keine Kontrolle über den Nährstoffgehalt des „wilden“ Futters haben, ist es meines Erachtens nach wenig sinnvoll, hier lang und breit über den Nährstoffbedarf für die „Ergänzung“ mit gekauftem Futter zu reden. Stattdessen kann sich jeder den Nährstoffgehalt von Kommerziellem Hühnerfutter anschauen und mit eigenen Zutaten replizieren. Ansonsten geht probieren über studieren.

Nur so viel: Küken brauchen spezielles Futter und Masthühner haben einen anderen Bedarf als Legehennen. Aufmerksamkeit ist also geboten, wenn man sich Futterbeispiele anschaut.

Nichtsdestotrotz können Hühner bei ausreichendem Zugang zu wildem Futter dadurch einen Großteil des Nährstoffbedarfs, wenn auch nicht notwendigerweise des Kalorienbedarfs decken. Keine Panik also beim Füttern.

Zerkleinerte Muschelschalen als Quelle für Kalzium und Magensteinchen (Vögel kauen mit dem sogenannten Muskelmagen und kleinen Steinen statt mit Zähnen im Mund) sind wohl nie verkehrt und nicht teuer.

Im Winter erhöht sich natürlich der Anteil an Zufütterung dramatisch. Aber auch hier kann man kreativ sein z.B.: mit besagten Kompostwürmern als Ergänzung zum „Kraftfutter“. Grünfutter kann in Form von Keimlingen oder Heu verabreicht werden.

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6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo, ich bins schon wieder. Ich habe ja zu Tiefenstreu schon meine Meinung geschrieben. Ergänzend verweise ich darauf, dass es sich damit verhält wie mit vielen anderen Permakultur-Themen: Das ist keine neue Technik. Und etliche Hühnerhalter, auch in D, haben durchaus Erfahrung damit. Varianten davon werden in Lehrbüchern empfohlen. In Youtube-Videos entsteht manchmal der Eindruck, dass ein Lawton oder ein Salatin revolutionäre Ideen verteilen, und sie verbinden das oft mit einem Marketing, das überzeichnet. M.E. macht es Sinn, Erfahrungen von Leuten zur Kenntnis zu nehmen, die das schon länger machen. Z.B. findet man die bei Hühner-info.de. Da stimmen fast alle überein, dass ein Kotbrett zusätzlich notwendig ist. Es gibt mehrere lange Threads mit vielen Beteilgten zum Thema Tiefenstreu bzw. Deep litter method. Einen hänge ich beispielhaft an. Die Ausführungen zur Ammoniakentwicklung sind so nicht ganz richtig. Ammoniak kann umso mehr ausgasen, je alkalischer das Milieu wird. Wenn z.B., wie es manchmal geschiehz, die Tiefenstreu eingekalkt wird, ist mit starker Ammkoniakentwicklung zu rechnen. Nebenbei die Einladung zur FB-Gruppe „Permakultur leben“ wo ich euch verlinkt habe und Diskussionen evtl. leichter fallen. http://www.huehner-info.de/forum/showthread.php/30605-Deep-Litter-Method

    1. Wie gesagt wiederhole ich nur die Informationen, die Harvey Ussery in seinem Buch preisgibt. Die stammen immerhin aus 3 Jahrzehnten Erfahrung mit Hühnern.

      Nirgendwo in seinem Buch noch in meinem Artikel steht, dass es sich um eine neue, oder ausschließliche Permakultur-Methode handelt. Permakultur ist ein System zur Gestaltung von Lebensräumen. Es gibt keine exklusiven Methoden der Permakultur, außer dem speziellen Gestaltungsansatz.

      Ob Kotbrett, oder nicht, kann jeder für sich ausprobieren. Auch mit Kotbrett bleiben die Vorteile von Tiefstreu erhalten.

      Viele Grüße

      Moritz

    2. P.S.: Ich möchte die Diskussion nicht auf FB verlagern, da es mich wichtig ist, dass Leser des Artikels auch den kompletten Austausch mitbekommen. Deine Beiträge finde ich wertvoll und ich möchte nicht, dass sie in den Tiefen von Facebook versinken, sondern hier für alle (und für sehr lange Zeit) zusammen mit dem Artikel sichtbar sind.

  2. Das C/N-Verhältnis sagt nichts über chemische Prozesse aus. Es ist eine Verhältnisbestimmung in Bezug auf den Einbau dieser chemischen Elemente in organische Strukturen, in Lebewesen. D.h. Organismen brauchen Stickstoff, um wesentliche Strukturen aufzubauen, Proteine, z.B., die Erbsubstanzen DNS, RNS, Chlorophyll und den Blutfarbstoff Hämoglobin. Damit Pflanzen wachsen können, brauchen sie alle notwendigen Bausteine in genügender Anzahl, das knappste bestimmt die Wachstumsbegrenzung von außen, ein wichtiger Grundsatz bei der Planung von Düngung, der auch auf Kohlenstoff und Stickstoff zutrifft. Damit stimmt deine Aussage nur insoweit, als Mikroorganismen ebenfalls diesen Aufbau und ein ähnliches C/N-Verhältnis brauchen und haben. in den Mikroorganismen und Organismen des Bodens ist also Stickstoff „gebunden“, der mit ihrem Tod wieder freigesetzt wird. Allerdings macht diese Art „Stickstoffbindung“ nur einen Teil des Stickstofffumsatzes aus. Darum steht im Boden Nitrat den Pflanzen zur Verfügung. Sie nehmen aber auch komplexere Verbindungen über die Wurzeln auf. Im Boden wird Ammonium von Bakterien zu Nitrat umgewandelt (Nitrifikation). Das ist deren Abfallprodukt – und Pflanzennahrung. Ammonium und Ammoniak stehen in einem chemischen Gleichgewicht, das pH-Wert-gesteuert ist. Ammonium ist gut löslich, Ammoniak auch, aber tritt leicht aus der Lösung aus und verrät sich durrch stechenden Geruch (Salmiakgeist), Ungelöst ist es über -33 Grad gasförmig. Es macht Sinn, Kompost schwach sauer zu halten und ihn möglichst nicht zu kalken, denn dadurch erhöht man den ph-Wert.

    1. Danke Christian für Deine ausführlichen Kommentare. Ich persönlich und hoffentlich auch andere Leser profitieren von Deinem umfangreichen Wissen.

      Zum C/N-Verhältnis: was Kompost und 30/1 angeht, habe ich tatsächlich etwas verwechselt. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass es so etwas wie eine C-N-Bindung gibt. D.h.: dass Kohlenstoffatome/(moleküle?) in der Lage sind, freie Stickstoffatome/(moleküle?) zu binden. Liege ich da falsch?

      Viele Grüße

      Moritz

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