Nachtrag: 80 Prozent von dem was du willst, ist realistisch

Im letzten Artikel ging es um die Frage, was ich durch diesen Blog über mich gelernt habe: Ich war unzufrieden, weil ich nicht das schaffte, was ich mir vorgenommen hatte. Ich wollte zuviel auf einmal. 80 Prozent von dem, was ich will, ist realistisch. Ich lernte auch, dass es keine gute Idee war, nur meinen Neigungen nachzugehen, ohne zu wissen, wie ich meinen Lebensunterhalt bestreiten sollte. Die Frage zu lösen, war also meine oberste Priorität.

Das Drumherum der letzten Monate

Das Ziel war wieder hoch gesteckt, ab Februar wollte ich landbasiert und gestalterisch mit Permakulturprinzipien arbeiten. Ähnlich wie bei meiner Entscheidung über den Abbruch des Masterstudiums, redete ich mit so vielen Leuten wie möglich über meine Pläne und suchte mir die “richtigen” Ansprechpartner. Ich hatte ein paar tolle Gespräche mit dem Klimaschutzmanagement und Leuten, die sich in Flensburg mit Stadt- und Quartiersentwicklung beschäftigen. In diesem Umfeld läuft die Schaffung und Finanzierung von neuen Stellen aber dummerweise sehr träge ab. Ein Großteil hängt von Fördergeldern und Anträgen ab, die Vorlaufzeiten von 6 bis 12 Monaten erfordern. Auf meine Initiativbewerbung bei einer Wohnungsbaugenossenschaft, die sehr viele Grünflächen hält, bekam ich auch keine Antwort.

Irgendwann sind mir die Optionen ausgegangen. Dann kam zum richtigen Zeitpunkt der schon im letzten Artikel besungene 80 Prozent-Kompromiss: Im Dezember machte mir ein Professor, mit dem ich zuvor schon über mein Master-Dilemma gesprochen hatte, ein Jobangebot für eine halbe Stelle. Beginn im März. Passend zum BAföG konnte ich Januar und Februar einen Teil der Stelle als Minijob ausüben. Jetzt arbeite ich in einem Projekt, in dem ich mich mit der Entwicklung von Weiterbildungsangeboten im Bereich Erneuerbare Energien und Klimaschutz in Schleswig-Holstein beschäftige.

Mein 80 Prozent-Kompromiss in dem Job ist die Verbindung von Klimaschutz und Landwirtschaft: Ich wusste, dass die Landwirtschaft in Deutschland mit 8 bis 15 % (Emissionen der Vorkette wie z.B. Düngemittel- und Pestizidproduktion mit eingerechnet) der Treibhausgasemissionen nicht unerheblich zum Klimawandel beiträgt [1]. In einem landwirtschaftlich geprägtem Bundesland wie Schleswig-Holstein mit ca. 70 % landwirtschaftlich genutzter Fläche, spielt der Agrarsektor außerdem eine bedeutende Rolle. Für die Wirtschaft, für die Sozialstruktur, für das Landschaftsbild und natürlich für den Umwelt- und Klimaschutz. Mein Ziel ist es, über meine Arbeit eine Weiterbildungsreihe für Landwirte, Studierende, Wissenschaftler und Verbandsaktive zum Thema Landwirtschaft und Klimaschutz auf den Weg zu bringen. Als Vorbild habe ich mir das Symposium Aufbauende Landwirtschaft genommen und mich mit Stefan Schwarzer (Organisator des Symposiums, Co-Autor des Buches die Humusrevolution und Blogger auf lebensraum-permakultur.de) ausgetauscht.

Was will ich mit diesem Post bezwecken?

Zurück zu Dir und dem, was Du von diesem Artikel hoffentlich mitnimmst: Wenn Du Dich konsequent in die Richtung bewegst, die Dich anzieht, wenn Du Dich mit Leuten über Deine Wünsche unterhältst und gezielt nach Menschen suchst, die Dir helfen können, Deine Wünsche zu verwirklichen, dann erhöhst Du Deine Chancen dramatisch! Der große Vorteil davon ist, dass nicht nur Du Dich mit der Lösung Deines Problems beschäftigst, sondern auch die Menschen, mit denen Du Dich austauscht. Bei einigen von ihnen wird es nach eurem Gespräch in ihren Köpfen weiterarbeiten, ohne dass Du aktiv etwas tust. Es gibt immer eine Lösung. Wenn Du sie nicht hast, dann hat sie bestimmt irgendwer anderes im Kopf. Du musst das Problem nicht im Alleingang lösen. Manchmal reicht es einfach, die richtigen Verbindungen herzustellen.

Quellen:

Cover Photo:a-shuhani on Unsplash

[1] Sachverständigenrat für Umweltfragen – Zum Entwurf des Klimaschutzplans 2050, Kommentar zur Umweltpolitik, September 2016, Kapitel 4.5 Klimaschutz in der Landwirtschaft (S. 18). 

 

 

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