Wir wurden abgemahnt – warum Creative Commons die Zukunft sind.

Creative Commons

Vor ein paar Wochen erhielt Olli eine Abmahnung von einer Bildrechte-Firma. Sie vertritt einen Fotografen und ist der Auffassung, dass Olli ein Bild von einem Huhn unerlaubterweise auf dem Blog hatte.

Olli ist sich zwar sicher, dass er das Bild von einer Creative-Commons lizenzierten Seite hatte, kann die Seite aber nicht mehr finden. Die Firma verlangt für das Bild eines Huhns für zwei Jahre Nutzung eine Nachzahlung in Höhe von über 1000€. Das wir das nicht so auf uns sitzen lassen würden war klar - die Forderung ist überzogen. Olli hat sich einen Anwalt genommen und versucht, die Forderungen auf ein akzeptables Maß zu senken.

Was sind Creative Commons?

Aber was sind eigentlich Creative Commons? Creative Commons (CC) stehen für Kreative Gemeingüter - das können Bilder, Videos, Texte, Kunst, Musik usw. sein. Eben alles was dem kreativen Geist entspringt und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden soll. Manchmal werden sie auch unter Bedingungen zur Verfügung gestellt, beispielweise ausschließlich für nicht-kommerzielle Nutzung.

Wir verwenden auf unserem Blog ausschließlich Bilder mit einer Creative Commons-Lizenz. Solche Bilder findet man zum Beispiel bei Pixabay, Unsplash oder Flickr. Kreative Werke unter einer Creative Commons Lizenz kann man also einfach auf seinem Blog oder in einem Vortrag, einer Power Point Präsentation oder einem Film verwenden, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen. In den meisten Fällen muss man zwar den Autor nennen, aber das ist wirklich kein Aufwand. Im Fall des Huhn-Bildes konnte Olli aber die Quelle nicht mehr ausfindig machen - der Nachweis fehlt. Die Urheberrechtsverletzung musste er also zugeben, die Höhe der Forderung ist für einen nicht-kommerziellen, privaten Blog aber nicht akzeptabel.

Warum Creative Commons so nützlich sind

Es gibt heute hunderttausende, wenn nicht millionen von Blogs im Internet. Das Internet hat uns eine vor den 90er Jahren nie dagewesene Möglichkeit des kreativen Austauschs ermöglicht. Creative Commons sind ein Baustein dieses kreativen Austauschs. Wenn ich ein Bild schieße und das der Internet-Community zur Verfügung stelle, kann es jeder für seine Zwecke verwenden und damit kreativ sein. Lade ich es jedoch auf einer kostenpflichtigen Shutterstock-Plattform hoch wird es viel weniger genutzt und schlimmstenfalls "vertritt" eine Firma "meine Rechte" als Fotograf und tritt gegenüber einem privaten Blog als Geldeintreiber auf. Mal ehrlich - ist das ein Urheberrechtsverständnis das im 21. Jahrhundert noch lange bestand haben kann?

Wir wollen keinesfalls die Möglichkeit eines Fotografen in Zweifel ziehen, seine Arbeit oder seine Werke zu vermarkten. Wenn eine kommerziell orientierte Firma unberechtigterweise Bilder eines kommerziellen Fotografen nutzt, sollte diese abgemahnt werden und der Fotograf das Geld bekommen das ihm zusteht. Wir haben aber kein Verständnis dafür, wenn überzogene Forderungen gebenüber Privatpersonen auf Teufel komm raus geltend gemacht werden müssen. Solche Aktionen stören den kreativen Fluss und wirken einschüchternd auf Menschen mit Ideen. Und gerade Ideen sind es, die wir in Zeiten des Wandels mehr als alles andere gebrauchen können.

Was haben Creative Commons mit Permakultur zu tun? In der Permakultur ist ja einer der wichtigsten Ethikpfeiler das Faire Teilen. Wer Creative Commons nutzt, setzt dieses Prinzip mit Bravour um - egal welche Voraussetzungen zur kreativen Nutzung hinzukommen (zum Beispiel Namensnennung oder nicht-kommerzielle Nutzung). Ein tolles Beispiel dafür ist ein Projekt im Permakultur Institut e.V. dort bildet sich derzeit ein Team von aktiven Mitgliedern, die ein Creative Commons-Bildarchiv aufbauen wollen - mit vielen guten Bildern rund um's Thema Permakultur.

Wie wir in Zukunft mit dem Thema umgehen

Zum einen werden wir natürlich die Quelle und die Lizenz für jedes Bild abspeichern. Allerdings kann man sich auch hier nie zu 100% sicher sein. Manchmal laden Menschen urheberrechtlich geschützte Werke auf Creative Commons Plattformen hoch. Das kann niemand nachvollziehen, der die Plattformen nutzt. Wir fühlen uns also sicherer damit, in Zukunft mehr eigene Fotos zu machen und diese zur Illustration in die Artikel einzubauen. Bis es soweit ist wird uns der Rechtsstreit mit der Abmahnungs-Firma aber noch ein Weilchen beschäftigen. Wir freuen uns aber schon wieder darauf, kreativ zu werden, sobald das alles vorbei ist.

Titelbild: Image by progressor from Pixabay

Über den Autor:

René Franz, Jahrgang 95. Ich studiere Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Mainz. Seit 2018 mache ich die Weiterbildung zum Permakulturgestalter an der Permakultur Akademie Deutschland.
Kontakt: rene@permakulturblog.de

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Ein Kommentar, sei der nächste!

  1. Der “Anwalt” muss erstmal durch einen Pixelabgleich nachweisen, ob das Bild mit dem seines Klienten wirklich identisch ist. Immerhin gibt es Millionen von Hühnerbildern. Zudem sind geschützte Bilder oft mit Signaturen oder entsprechenden Metadaten versehen. Und dann gibt es ja auch noch die Rückwärtssuche (auf Pixelebene / Musterabgleich) vieler Suchmaschinen.

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