Permakultur Designkurs: Dein Start ins Permakultur Studium

Permakultur Designkurs_Notizbuch

Der Permakultur Designkurs ist DER Grundlagenkurs für alle Themen rund um die Permakultur. Wenn Du mit dem Gedanken spielst, im Bereich Permakultur einzusteigen, egal ob du deinen eigenen Garten gestalten oder eigene Kurse geben willst, der Permakultur Designkurs ist die Basis. In diesem Artikel möchte ich Dir vermitteln, welche Themen im Permakultur Designkurs normalerweise vermittelt werden, was einen guten Permakultur Designkurs ausmacht und wie viel er in etwa kosten sollte. Denn es gibt in der Bildungslandschaft im Bereich Permakultur mittlerweile einige Anbieter. Im deutschsprachigen Raum gibt es alleine drei große und professionell aufgestellte Bildungsanbieter und zahllose weitere selbständige Kursleitende, die sich nicht an eine Organisation gebunden haben. Eine staatlich geprüfte und akkreditierte Ausbildung oder ein Hochschulstudium der Permakultur gibt es bisher noch nicht. Lediglich an den Universitäten in Göttingen und Koblenz-Landau, der HNE Eberswalde und den TUs Braunschweig und Chemnitz werden Permakultur Designkurse gelehrt. Allerdings nicht als Teil von festen Studienordnungen, sondern als Zusatzkurse. Wenn du an einer dieser Universitäten studierst, solltest du dich definitiv informieren, denn oft sind die Kosten durch deine Universität gedeckt oder gefördert. Da es aber keine allgemein staatlich geprüfte Ausbildung zum Permakultur Designer gibt, ist es wichtig Dir deinen Designkurs genau auszusuchen. Die Qualität und der Fokus auf die inhaltlichen Themen ist teilweise sehr unterschiedlich und Qualitätssicherung findet auch bei den größeren Organisationen nur bedingt statt. Deshalb will ich Dir in diesem Artikel auch vermitteln, worauf du bei der Kursausschreibung achten solltest.

Die Grundlage des Permakultur Designkurs

Der Kurs basiert auf dem ersten Permakultur Buch überhaupt, nämlich dem Handbuch der Permakultur Gestaltung von Bill Mollison. Manchmal wird er auch als 72-Stunden Kurs bezeichnet. Ein Designkurs besteht nämlich aus mindestens 72 Unterrichtsstunden – also sehr viel Input.

In diesem 640-Seiten starken Buch gibt es alles was Du über Permakultur wissen musst: Fachwissen über Pflanzen und Anbaumethoden, aber auch Geologie und Wasser, sowie Analyse- und Gestaltungsmethoden. Deswegen hat der Designkurs auch nicht das Ziel einer rein theoretischen Wissensvermittlung. In guten Kursen gibt es Designübungen in denen Du dein eigenes Projekt konkret gestalten kannst und vom Teacher Rückmeldung dazu bekommst. In sehr guten Kursen gibt es auch immer praktische Bezüge. In meinem Kurs waren wir jeden Tag einige Stunden in einem großen Permakultur-Garten wo wir konkret angepackt und gleichzeitig gelernt haben. Natürlich kannst du auch einfach das Buch lesen und damit direkt arbeiten, ohne den Kurs zu belegen. Meiner Meinung nach ist eine Kombination aus der Lektüre und dem Besuch des Kurses bei der Fülle an Themen aber am Erfolg versprechendsten.

Die Inhalte des Handbuchs im Überblick:
  • Grundlagen, Themen und Methoden der Permakultur-Gestaltung
  • Die Mustersprache der Natur verstehen
  • Klimafaktoren
  • Ökosysteme und ihre Kreisläufe
  • Wasserkreisläufe
  • Böden und ihre Wiederherstellung
  • Erdbewegungen und Erdbauten
  • Permakultur-Gestaltung von
    • Gärten,
    • Landwirtschaftssystemen und Siedlungen in den feuchten Tropen,
    • in Trockengebieten,
    • im gemäßigten und im kalten Klima
  • Aquakulturen
  • Regionale Selbstversorgung in einer globalen Gesellschaft.

Natürlich werden die Inhalte aus dem Buch nicht zu 100% in den Kursen abgebildet. Jeder Kursleiter hat seinen eigenen Schwerpunkt und einzelne Kurse haben auch ganz andere Schwerpunkte, zum Beispiel auf Soziale Permakultur. In jeder guten Kursbeschreibung steht aber, welche Inhalte vermittelt werden. Schau’ Dir die Kursbeschreibung also gut an und entscheide, ob dir der inhaltliche Fokus gefällt. Natürlich kannst du auch mehrere Designkurse machen. Aufgrund der hohen Kosten, wirst du dir das aber sicherlich zwei Mal überlegen ;-).

Bildungsanbieter im deutschsprachigen Raum – worauf du achten solltest

Permakultur Designkurs_Seminar
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Die Permakultur Akademie in Deutschland (PKA)

Im deutschsprachigen Raum gibt es mittlerweile mehrere Bildungsanbieter, die Designkurse professionell anbieten. Der sicherlich größte Anbieter ist die Permakultur Akademie mit Ca. 15-20 Designkursen pro Jahr. Die Designkurse der Permakultur Akademie unterliegen einer Qualitätssicherung. Es müssen mindestens zwei akkreditierte Permakultur-Designer als Lehrer auftreten und das bedeutet, dass die Lehrer Erfahrung in Permakultur Gestaltung haben. Denn für die Akkreditierung muss ein Designer mindestens 10 Designprojekte erfolgreich abgeschlossen haben. Und die Design-Projekte werden ähnlich wie in der Wissenschaft einem Peer-Review Prozess unterzogen. Die Kurse werden nicht von einem festen Team geleitet, sondern meist von unabhängigen Teams von Kursleitenden der Permakultur Akademie. Die Akademie ist übrigens ein angegliederter Zweckbetrieb des größten Permakultur Vereins in Deutschland. Dieser Verein hat eine gemeinnützige Orientierung und will die Permakultur in Deutschland bekannter machen.

Der Permakultur Campus (PKC)

Im Norden Deutschland gibt es den Permakultur Campus der vom ehemaligen Vorsitzenden des Permakultur Instituts, Edouard van Diem, aufgebaut wurde. Edouard war bereits in vielen Fernseh- und Pressebeiträgen als Gesprächspartner zugegen und hat für mich sein Fachwissen unter Beweis gestellt. Über die Qualität seiner Kurse und Ausbildung weiß ich aber zu wenig aus erster Hand.

Die Permakultur Akademie im Alpenraum (PIA)

In Österreich gibt es die Permakultur Akademie im Alpenraum (PIA). Sie bietet jedes Jahr Designkurse, die dort PDC oder Zertifikatskurse genannt werden an. Aus Berichten von Teilnehmenden an den Kursen der PIA kann ich sagen, dass die Kurse eine sehr gute Qualität mit starkem Praxisbezug haben. Die PIA gehört zum Österreichischen Instituts für angewandte Ökopädagogik E.R.D.E., das einen ähnlichen Zweck verfolgt wie das deutsche Permakultur Institut, nämlich die Permakultur durch Bildungsangebote zu verbreiten.

Diesen drei Organisationen kann ich definitiv ein gewisses Maß an Professionalität unterstellen. Die Kurse sind also eher im guten bis sehr guten Spektrum angesiedelt, auch weil alle drei Organisationen auf den Designkurs aufbauende Weiterbildungen anbieten. Und für eine Weiterbildung muss die Vermittlung der Grundlagen einfach stimmen. Neben diesen Organisationen gibt es in Deutschland viele selbstständige Kursleitende, die alleine oder in kleinen Teams Permakultur Designkurse anbieten. Hier solltest du darauf achten, welche Zertifikate die Kursleitenden haben.

Selbstständige Kursleitende

Haben die Kursleitenden wenigstens selbst schon einen Designkurs besucht? Oder sind sie akkreditierte Permakultur Designer? Das international anerkannte “Diploma of Applied Permaculture Design” ist ein gutes Qualitätsmerkmal für das Fachwissen des Designers. Leider sagt das Zertifikat etwas über die Lehrfähigkeiten der Person aus. Verlasse dich also auch auf deine Beobachtungen: Wie sieht das Kurskonzept aus? Wie professionell ist die gesamte Ausschreibung gestaltet? Wie hoch ist der Preis? Ein guter Designkurs kostet in der Regel zwischen 600 und 1200€, je nach Dauer und Anzahl der Kursleitenden. Wenn du Zweifel hast, frag am besten beim Kursleitenden nach und erkundige dich nach den Inhalten und dem Kurskonzept.

Eine neue Entwicklung: Der Permakultur Designkurs im Online-Format

Permakultur Designkurs_Online
Photo by Nick Morrison on Unsplash

Mittlerweile gibt es neben den klassischen Präsenzkursen auch immer mehr Online-Kurse. Einen guten Erfahrungsbericht von Olli über den Online Designkurs des australischen Designers Geoff Lawton findest du hier. Für die Online Kurse gilt, was die Qualität angeht, das gleiche wie bei den Präsenzkursen von Solo-Selbstständigen. Am besten schaust du, welche Zertifikate und Erfahrungen die Teacher vorweisen können und schaust dir die Inhalte genau an. Onlinekurse sind insgesamt meistens etwas günstiger als Präsenzkurse, da du keine Anreise und Unterkunft sowie Verpflegung bezahlen musst. Erwähnenswert ist auf jeden Fall das kostenlose Online- Kursangebot von Freepermaculture. Wenn du einen der Kurse gemacht hast, kannst du immer noch entscheiden, ob du dein Wissen in einem Präsenzkurs vertiefen möchtest. Meine Erfahrung ist jedenfalls, dass zu einem Designkurs noch mehr dazu gehört als nur Theorie und das geht im Präsenzkurs einfach besser.

Unsere Empfehlung

Olli und ich haben unser erstes Jahr der Weiterbildung zum Designer bei der Permakultur Akademie (PKA) gemacht und sind beide zufrieden mit dem gemischten Lernkonzept aus Online- und Präsenzinhalten. Olli hat den Designkurs bei Geoff Lawton in der Online Variante gemacht und berichtet, dass er viel gelernt hat, vor allem was digitale Planungs- und Analysemethoden angeht. Ich habe meinen Designkurs mit Lehrern von der PKA gemacht und kann nur sagen, dass der Teacher in Person wirklich einiges ausmacht. Mein Kurs ging über zwei Wochen mit insgesamt 3 Kursleitenden und es war eine wirklich verändernde Erfahrung für mich.

Es ist schwierig eine klare Empfehlung auszusprechen. Was die Qualität des Kurses angeht bist du auf der sicheren Seite, wenn du einen Kurs von einer der professionellen Organisationen wählst. Natürlich hängt das auch von deiner örtlichen Gebundenheit ab. Wenn du einen Kurs im Internet von einem Selbstständigen Kursleiter findest kann der auch sehr gut sein – du solltest aber Augen und Ohren offenhalten, ob die wichtigen Inhalte enthalten sind und ggf. mit dem Kursleiter in Kontakt treten und nachfragen stellen.

Wie geht es nach dem Permakultur Designkurs weiter?

Nach dem Permakultur Designkurs kannst du die Weiterbildung zum Permakultur Designer anschließen. Alle drei oben genannten Organisationen bieten eine solche Weiterbildung an. Allerdings musst du nicht unbedingt den geführten Ausbildungsweg gehen, der angeboten wird. Der international anerkannte Titel Diploma of Applied Permaculture Design lässt auch die direkte Akkreditierung zu. Mit 10 Permakultur-Designprojekten kannst du dich z.B. bei der Permakultur Akademie (PKA) akkreditieren lassen. Du musst lediglich eine kleine Gebühr für die Veranstaltung bezahlen. Mehr zu den Weiterbildungswegen und dem “unabhängigen” Weg erfährst du im Blogartikel zur Weiterbildung zum Permakultur Gestalter (Coming Soon).

Titelbild von Med Badr Chemmaoui auf Unsplash

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